Bei Untersuchungen sei festgestellt worden, dass sich das vorhandene Durchlaufbecken, die ehemalige Johannesberger Kläranlage, bei starkem Regen gar nicht füllt, berichtete der neue Vorsitzende des ZAK, der Westerngrunder Bürgermeister Josef Kilgenstein. Grund dafür sei die ungünstige Anordnung eines "Inliners" gewesen, mit dem der ZAK-Kanal saniert worden war, sagte Kilgenstein.
Diese Ursache sei bereits beseitigt worden, so dass das Becken jetzt in seiner Funktion wieder zur Verfügung stehe. Der massive "Geschiebeanfall", der dann zur Verschmutzung des Baches oder gar des Ortes Reichenbach führe, falle in dem flach verlegten Zulaufkanal mit einem Durchmesser von 1,4 Metern zu dem Regenüberlauf an, erklärte der Vorsitzende weiter. Durch den Spülstoß eines Regenereignisses würden diese Ablagerungen aufgewirbelt und massiv in das Gewässer ausgetragen.
Um schnelle Abhilfe zu schaffen, solle der ZAK in dieser Beruhigungsstrecke zum Regenüberlauf (RÜ) ein Trockenwettergerinne einbauen, das solche Ablagerungen weitestgehend vermeide, so dass bei einem Spülstoß weniger Schmutzfracht in das Gewässer ausgetragen werde. Kilgenstein glaubt, dass so der Verschmutzung des Baches und des Ortes erfolgreich entgegen gewirkt werden könne.
Alter Fischteich als Entlastung Bei starken Regenfällen staue sich das Wasser am Einlauf des Kanals in Reichenbach, der einen Durchmesser von 80 Zentimetern hat, auf, laufe auf einer Strecke von 200 Metern über die Straße, um dann an einer Brücke wieder in den Bach zu fließen, berichtete der Mömbriser Bürgermeister Felix Wissel. Durch die Entlastung des "RÜ 25" werde bei Starkregen-Ereignissen vermutlich mehr Wasser abgeschlagen, als die bestehende Bachverrohrung des Kirchgrundgrabens im Gemeindeteil Reichenbach aufnehmen könne, ergänzte Josef Kilgenstein. Dem soll jetzt dadurch entgegen gewirkt werden, dass noch ein alter Fischteich als Retentionsraum genutzt wird.
Grundsätzlich, da waren sich alle einig, sei das Problem damit aber noch nicht gelöst. Auch künftig könnten Regenereignisse auftreten, für die die Grabenverrohrung in Reichenbach nicht ausgelegt ist. Ursache sei die befestigte Fläche der Gemeinde Johannesberg. Den beteiligten Gemeinden Johannesberg und Mömbris hat die Staatliche Gewässeraufsicht nun auferlegt, diesen Zustand zu ändern.
"Ausgerechnet die Stelle, die solche Regenwassereinleitungen genehmigt und damit die Ursachen gesetzt hat, macht uns jetzt Vorschriften, dem Zustand abzuhelfen", kritisierte Felix Wissel.
Der ZAK-Ausschuss beschloss, Angebote zum sofortigen Einbau des besagten Trockenwettergerinnes einzuholen und die Arbeiten baldmöglichst ausführen zu lassen. Die Verschmutzung von Bach und Ort dürfte damit ein Ende haben.
Bezüglich der Wassermengen und der Kanaldimensionen sind dann die Gemeinden gefordert. Jürgen Brehm


































