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22.08.2008 18:30 Uhr Kommentare
BMZ-Brand: Behörden bekräftigen: Keine Gefahr erkennbar
Im Umkreis von acht Kilometern permanent gemessen - Trotz Entwarnung Bodenproben zugesichert - Letzte Brandnester gelöscht
Karlstein-Dettingen (Kreis Aschaffenburg) Beim Brand des Batterien-Montage-Zentrums (BMZ) im Karlsteiner Industriegebiet sind in der Nacht zum Donnerstag keinerlei bedenkliche Luftschadstoff-Konzentrationen gemessen worden. Diese Aussage bekräftigten Sprecher der Feuerwehr und der Behörden gestern und reagierten damit unter anderem auf Nachfragen zahlreicher besorgter Bürger. Das Landratsamt will dennoch eingehende Untersuchungen anordnen.

Besorgte Anrufe

Unruhe hat in der Nachbarschaft der Brandstelle vor allem der anhaltende beißende Brandgeruch ausgelöst, der nach Angaben einer Bürgerin auch am Donnerstagabend wahrnehmbar war und durch ihre Wohnung an der Schulstraße waberte. Seit 16 Uhr am Nachmittag habe es im Rundfunk keine Warnmeldungen mehr gegeben, die Behörden ließen die Bürger mit ihren Sorgen allein. Angesichts der stinkenden Schwaden sei die Aussage, der Rauch enthalte kein Gift, kaum glaubhaft, betonte ein anderer Anwohner. Besorgte Anrufe gingen sowohl bei der Polizei in Alzenau als auch im Karlsteiner Rathaus ein, wo Bürgermeister Winfried Bruder auf die umfangreichen Messungen der Feuerwehr hinwies: Demnach sei im Umkreis von acht Kilometern um den Einsatzort »zu keinem Zeitpunkt ein gefährlicher Wert erreicht worden«.

In der Nacht bekämpfte die Feuerwehr die Flammen:

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Bilderserie: Ralf Hettler

Permanent gemessen wurden nach Angaben von Feuerwehr-Pressesprecher Andreas Emge sowohl während des mehrstündigen Brandes als auch bei den Nachlöscharbeiten am Donnerstag an acht Punkten rund um die Einsatzstelle. Die eingesetzten Geräte registrierten laut Emge die Konzentrationen von Salzsäure, Blausäure, Kohlenmonoxid und Stickstoffoxid.

Während der gesamten Einsatzdauer, also auch gestern noch, sei ein ABC-Erkunder den Nah- und Fernbereich abgefahren. Die Rauchwolke, deren Ausbreitung von einem Polizeihubschrauber aus verfolgt und dokumentiert worden sei, habe natürlich giftige Stoffe enthalten, betonte Emge – wie bei jedem Brand. Sie sei fast senkrecht aufgestiegen und habe sich in etwa 120 Metern Höhe nach Norden bewegt. Die Feuerwehr habe permanent Luft- und Löschwasserproben gesichert.

Mehr Radio-Meldungen als üblich

Rundfunk-Warnmeldungen an die Bevölkerung sind nach Angaben von Horst Bauer, Pressesprecher des Landratsamtes, am Donnerstag »über einen längeren Zeitraum erfolgt als eigentlich notwendig«. Normalerweise werde nur während des unmittelbaren Brandereignisses gewarnt. Spekulationen über erhöhte Schadstoffkonzentrationen beantwortete Bauer mit dem Hinweis auf die Verantwortung für die – vorwiegend ehrenamtlichen – Einsatzkräfte: »Hätte eine Gefahr bestanden, hätte vor Ort nicht oder nur unter Atemschutz gearbeitet werden können.«

Mehr als 200 Helfer aus Dettingen und Umgebung waren im Einsatz:

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Bilderserie: Ralf Hettler

Erkenntnisse über Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch das Brandgut in der niedergebrannten Halle lagen der Polizei und dem Landratsamt gestern nicht vor. Laut Horst Bauer hat das dort gelagerte Lithium wegen seiner hohen Verbrennungstemperatur die Löscharbeiten erschwert, stelle jedoch keine Bedrohung für die Bevölkerung dar. Ein giftiger Niederschlag etwa in Gärten sei nicht zu befürchten, weil Lithium-Spuren – wenn überhaupt – nur in Form ungefährlicher und leicht abzuwaschender Salze niedergingen, berichtete Bauer unter Berufung auf Chemiker und Mediziner seiner Behörde. Dennoch würden in der Umgebung Bodenproben gezogen und, eventuell auch zusammen mit Gartenfrüchten, eingehend untersucht.

Am Donnerstag Nachmittag begannen die Aufräumarbeiten. Die ausgebrannt Halle wurde abgerissen:

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Bilderserie: Ralf Hettler 

Hallenreste abgetragen

Im Dettinger Gewerbegebiet Am Sportplatz gingen gestern die Aufräumarbeiten weiter. Unter anderem wurde mit Hilfe von Kränen und einem Abrissbagger die Reste der zerstörten Halle abgetragen. Auch das THW war im gesamten Einsatzzeitraum mit 20 Helfern vor Ort. Die letzten Brandnester waren nach Angaben von Andreas Emge am gestrigen Vormittag gelöscht. Oliver Klemt


Weitere Informationen zu BMZ:



 

 
 
 
 

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