Besorgte Anrufe
Unruhe hat in der Nachbarschaft der Brandstelle vor allem der anhaltende beißende Brandgeruch ausgelöst, der nach Angaben einer Bürgerin auch am Donnerstagabend wahrnehmbar war und durch ihre Wohnung an der Schulstraße waberte. Seit 16 Uhr am Nachmittag habe es im Rundfunk keine Warnmeldungen mehr gegeben, die Behörden ließen die Bürger mit ihren Sorgen allein. Angesichts der stinkenden Schwaden sei die Aussage, der Rauch enthalte kein Gift, kaum glaubhaft, betonte ein anderer Anwohner. Besorgte Anrufe gingen sowohl bei der Polizei in Alzenau als auch im Karlsteiner Rathaus ein, wo Bürgermeister Winfried Bruder auf die umfangreichen Messungen der Feuerwehr hinwies: Demnach sei im Umkreis von acht Kilometern um den Einsatzort »zu keinem Zeitpunkt ein gefährlicher Wert erreicht worden«.
In der Nacht bekämpfte die Feuerwehr die Flammen:
Bilderserie: Ralf Hettler
Permanent gemessen wurden nach Angaben von Feuerwehr-Pressesprecher Andreas Emge sowohl während des mehrstündigen Brandes als auch bei den Nachlöscharbeiten am Donnerstag an acht Punkten rund um die Einsatzstelle. Die eingesetzten Geräte registrierten laut Emge die Konzentrationen von Salzsäure, Blausäure, Kohlenmonoxid und Stickstoffoxid.
Während der gesamten Einsatzdauer, also auch gestern noch, sei ein ABC-Erkunder den Nah- und Fernbereich abgefahren. Die Rauchwolke, deren Ausbreitung von einem Polizeihubschrauber aus verfolgt und dokumentiert worden sei, habe natürlich giftige Stoffe enthalten, betonte Emge – wie bei jedem Brand. Sie sei fast senkrecht aufgestiegen und habe sich in etwa 120 Metern Höhe nach Norden bewegt. Die Feuerwehr habe permanent Luft- und Löschwasserproben gesichert.
Mehr Radio-Meldungen als üblich
Rundfunk-Warnmeldungen an die Bevölkerung sind nach Angaben von Horst Bauer, Pressesprecher des Landratsamtes, am Donnerstag »über einen längeren Zeitraum erfolgt als eigentlich notwendig«. Normalerweise werde nur während des unmittelbaren Brandereignisses gewarnt. Spekulationen über erhöhte Schadstoffkonzentrationen beantwortete Bauer mit dem Hinweis auf die Verantwortung für die – vorwiegend ehrenamtlichen – Einsatzkräfte: »Hätte eine Gefahr bestanden, hätte vor Ort nicht oder nur unter Atemschutz gearbeitet werden können.«
Mehr als 200 Helfer aus Dettingen und Umgebung waren im Einsatz:
Bilderserie: Ralf Hettler
Erkenntnisse über Umwelt- und Gesundheitsrisiken durch das Brandgut in der niedergebrannten Halle lagen der Polizei und dem Landratsamt gestern nicht vor. Laut Horst Bauer hat das dort gelagerte Lithium wegen seiner hohen Verbrennungstemperatur die Löscharbeiten erschwert, stelle jedoch keine Bedrohung für die Bevölkerung dar. Ein giftiger Niederschlag etwa in Gärten sei nicht zu befürchten, weil Lithium-Spuren – wenn überhaupt – nur in Form ungefährlicher und leicht abzuwaschender Salze niedergingen, berichtete Bauer unter Berufung auf Chemiker und Mediziner seiner Behörde. Dennoch würden in der Umgebung Bodenproben gezogen und, eventuell auch zusammen mit Gartenfrüchten, eingehend untersucht.
Am Donnerstag Nachmittag begannen die Aufräumarbeiten. Die ausgebrannt Halle wurde abgerissen:
Bilderserie: Ralf Hettler
Hallenreste abgetragen
Im Dettinger Gewerbegebiet Am Sportplatz gingen gestern die Aufräumarbeiten weiter. Unter anderem wurde mit Hilfe von Kränen und einem Abrissbagger die Reste der zerstörten Halle abgetragen. Auch das THW war im gesamten Einsatzzeitraum mit 20 Helfern vor Ort. Die letzten Brandnester waren nach Angaben von Andreas Emge am gestrigen Vormittag gelöscht. Oliver Klemt
| 22.08.2008 BMZ niedergebrannt: Millionenschaden - Halle wird anbgerissen | |
| 22.08.2008 Drei Fragen: | |
| 22.08.2008 Zahlen und Fakten: Batterien-Montage-Zentrum | |
| 21.08.2008 Brand in Batteriemontagezentrum - Brandfahnder ermitteln - Schaden auf 15 bis 20 Mililionen Euro geschätzt | |
| 21.08.2008 Nach Brand bei BMZ: Produktion soll in einer Woche wieder beginnen | |
| 21.08.2008 Trotz Brand im Batteriemontagezentrum Dettingen - Pläne für die Fortsetzung der Produktion | |
| 27.06.2008 Zahlen und Fakten: Batterien-Montagezentrum | |
| 27.06.2008 Auf der Suche nach dem idealen Energiespeicher | |
| 20.06.2008 Energieverbrauch und CO 2 -Ausstoß ausbremsen |







































