Waldmänner in der Offensive Mit verstärkter Öffentlichkeitsarbeit wollen Heigenbrückens Waldmänner nun zeigen, wie schonend und gefahrlos sie mit den in letzter Zeit arg gescholtenen Harvestern (das ist der englische und gebräuchliche Ausdruck für die Holzvollernter) Bäume fällen und aufarbeiten können.
Heinz-Dieter Gulden aus Heilbronn erläuterte die Arbeitsweise der Erntemaschine und demonstrierte sie vor Ort: In wenigen Sekunden fällt die Fichte, die Gulden mit dem Harvestergreifarm gepackt und abgesägt hat, wie ein Streichholz um. Ebenso schnell wird der Baum mit den Walzen durch den Kopf befördert und dabei entastet und zersägt.
460 000 Euro koste das Gerät, das überwiegend Nadelbäume bis zu einem Durchmesser von 70 Zentimeter absäge, von Ästen befreie und auf gleiche Länge zerkleinere, erklärt Gulden. Das Fahrzeug ist mit einem frei schwenkbaren Arm ausgestattet, an dessen Kopf sich Walzen, eine Kettensäge und Entastungsmesser befinden. 200 Festmeter am Tag könnten damit gefällt und bearbeitet werden, berichtete Gulden weiter. Das entspreche rund 150 bis 160 Bäumen.
Schäden, wenn der Frost ausbleibt Auf Rückegassen, die meist einen Abstand von 30 Metern haben, bewegt sich die Maschine in den Wald hinein. Sind diese Maschinenwege einmal angelegt, werden sie auch von den nachfolgenden Rückemaschinen genutzt, die das Holz aus dem Wald holen und verladen. Wenn das Gebiet in einigen Jahren wieder durchforstet wird, würden die alten Rückegassen erneut benutzt, versicherte Gulden.
Werner Schmied demonstrierte mit einer neuen Rückemaschine (Preis: rund 240 000 Euro), wie Bäume gerückt und verladen werden. In der Regel seien die einzelnen Hölzer zwischen zwei und fünf Meter lang. Die Schäden am Waldboden entstünden meist dann, wenn es wie in diesem Jahr keinen Frost gebe und das Frühjahr sehr nass sei, erklärte Schmied auf Nachfrage.
Der Servicestellenleiter des Forstbetriebs Heigenbrücken, Armin Bieneck, stellte die Arbeitsweise des Betriebs vor. Durch Ausschreibungen würden die Arbeiten im Wald an verschiedene Firmen vergeben werden. Daher kämen diese oftmals von weiter her.
Dr. Walter Mergner, der Leiter des bayerischen Staatsforstbetriebs in Heigenbrücken, erklärte, dass die Sägewerke die Länge des Holzes festlegen, das vom Forst geliefert werden soll. Entsprechend zerkleinere der Harvester den Baum. Mergner bedauerte, dass es nur noch große oder spezialisierte Sägewerke gebe. Kleinere könnten nicht mehr wirtschaftlich arbeiten. Die Anfahrt vom Spessart aus liege oft bei 200 Kilometern. Für den Transport mit dem Lastwagen sei dies weit, für die Verladung auf die Bahn jedoch zu nah.
Während der Veranstaltung stellten die Besucher viele Fragen, insbesondere nach Schäden, die eine solch große Maschine im Wald und auf den Wegen verursacht. Die zahlreich anwesenden Förster diskutierten mit den Besuchern und zeigten sich mit der Vorführung und der überraschend großen Teilnehmerzahl sehr zufrieden. Sie versprachen eine Wiederholung im nächsten Jahr. Susanne Aulbach-Staab






























