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17.05.2008 00:00 Uhr 0 Kommentare
Alles unter einer Nummer
Integrierte Rettungsleitstelle: Etwa 2011 werden Feuerwehr und Rettungsdienste in einem Neubau zusammengefasst
Aschaffenburg Die integrierte Rettungsleitstelle kommt: Nicht, weil bisher die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdiensten am Untermain nicht geklappt hätte, sondern weil es dazu einen gesetzlichen Auftrag vom Freistaat gibt. Feuerwehr und Rettungsdienste wie Rotes Kreuz, Malteser oder Johanniter sollen künftig bayernweit einheitlich unter der Telefonnummer 112 alarmiert werden können.

Kürzlich hat der Zweckverband für Rettungsdienst und Feuerwehralarmierung Bayerischer Untermain - Mitglieder sind die Kreise Aschaffenburg und Miltenberg sowie die Stadt Aschaffenburg - festgelegt, dass die integrierte Leitstelle für den bayerischen Untermain bei der Feuerwehr der Stadt Aschaffenburg angesiedelt wird. Sehr zum Leidwesen des Roten Kreuzes, das sich ebenfalls beworben hatte.

Feuerwehr hilft aus Ausschlaggebend für diese Entscheidung waren Synergieeffekte. So muss sich ein weiterer Disponent in der Nähe der zwei ständig besetzten Annahmeplätze aufhalten. Innerhalb von fünf Minuten soll ein drittes Telefon besetzt werden können.

Beim Roten Kreuz hätte hierzu ein dritter Mann als Bereitschaft bezahlt werden müssen. In der Aschaffenburger Feuerwache sind jedoch ständig sechs Feuerwehrleute als Rufbereitschaft anwesend. Notfalls können dann eben nur fünf ausrücken. Die Stadt Aschaffenburg hat nach Angaben von Oberbürgermeister Klaus Herzog 45 fest angestellte Feuerwehrleute.

Zudem geht es um die Frage des Bereitschaftsdienstes. Rotkreuzler können 45 Stunden Bereitschaftsdienst am Stück schieben, städtische Angestellte dagegen 48 - wobei dies eine Auslegung des Tarifvertrags ist. Es können auch nur 42 Stunden sein, aber selbst dann, so der städtische Ordnungsreferent Dr. Meinhard Gruber, ergäben sich noch positive finanzielle Effekte.

Langer Zeitplan Wann der Neubau stehen wird, ist noch offen. Zunächst muss die Detailplanung erfolgen und mit der Regierung abgestimmt werden, da es ja Zuschüsse des Freistaates gibt. Danach kann die Ausschreibung erfolgen.

Erst dann stehen die Baukosten fest, wobei nach Angaben von Landrat Dr. Urich Reuter, Vorsitzender des Zweckverbandes, der Rohbau den geringsten Teil der Kosten ausmacht. Viel kostenintensiver sei die technische Ausstattung mit Kommunikationsmitteln.

Viel zeitaufwendiger als der Bau ist die Schulung der Disponenten. Diese müssen sowohl eine Ausbildung bei der Feuerwehr als auch als Rettungssanitäter vorweisen können, um Anrufe richtig einordnen zu können. Da nicht alle Disponenten gleichzeitig auf Lehrgang gehen können, wird sich dies über einige Jahre hinziehen. Für eine Übergangszeit reicht daher eine Ausbildung. Der Personalbedarf der Leitstelle liegt bei 12 bis 15 Disponenten,

Schlüssel für Betriebskosten Die Betriebskosten der Rettungsleitstelle sollen über einen komplizierten Schlüssel auf die drei Teilnehmer verteilt werden. Hierbei gilt es die Zahl der Einsätze im jeweiligen Gebiet ebenso zu berücksichtigen wie die Zahl der vorgehaltenen Fahrzeuge oder der Einwohner. Erfahrungsgemäß entfallen 25 Prozent der Kosten auf Feuerwehr-Einsätze, 75 Prozent auf Rettungseinsätze - diese werden von den Krankenkassen bezahlt.

Teurer wird es für den Kreis Miltenberg: Hier hat die Polizei die Alarmierung von Feuerwehr und Rettungsdiensten bislang kostenlos mit übernommen. Warum übrigens die Polizeiihre eigene Notrufnummer 110 behält. und nicht bei der Leitstelle gleich mit integriert wurde, ist für Dr. Gruber unverständlich: "Das ist vom Freistaat nicht gewünscht."

Falls es einmal in der Leitstelle selber brennen sollte, könnte eine andere Leitstelle deren Aufgaben übernehmen. Alle Leitstellen in Bayern sind miteinander verbunden. Normalerweise würde Würzburg einspringen, so Gruber: "Theoretisch könnte es auch Passau übernehmen." Josef Pömmerl
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