Mehrere Zeitungen hatten zuvor berichtet, dass Strauß dort auf einem Foto als »Bösewicht« in eine Reihe mit dem früheren DDR-Kanzleramtsspion Günter Guillaume gestellt wird. »Diese Darstellung ist ein Skandal und muss umgehend geändert werden«, sagte CSU-Generalsekretärin Christine Haderthauer am Donnerstag laut Mitteilung. Strauß sei »einer der ganz Großen der deutschen Nachkriegsgeschichte«, betonte sie. CSU-Chef Erwin Huber sprach laut »Bild« und Münchner »Abendzeitung« (Donnerstag) von einer »Sauerei«. Der »Abendzeitung« zufolge will Strauß' Familie gegen die Darstellung vorgehen.
In der »Madame Tussauds«-Ausstellung wird den Berichten zufolge bei Strauß lediglich auf die »Spiegel«-Affäre verwiesen und erklärt, Strauß habe damals als Bundesverteidigungsminister den »Spiegel«-Verleger Rudolf Augstein verhaften lassen. Eine »Madame Tussauds«-Sprecherin sagte der »Abendzeitung«, die Ausstellung sei von britischen Historikern gemacht worden. Jeder Besucher müsse selbst entscheiden, welche der dargestellten Personen ein »Bösewicht« sei.
Haderthauer betonte, Strauß habe »unendlich viel für Bayern und für Deutschland geleistet«. CSU-Landtagsfraktionschef Georg Schmid warf »Madame Tussauds« vor, die historische Wahrheit zu verdrehen, und verlangte eine Überarbeitung der Ausstellung. Strauß sei eine herausragende Persönlichkeit der deutschen Geschichte, betonte er. (dpa)

































